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„Windhöffigkeit“

Die mangelnde „Windhöffigkeit“ wird von vielen Windkraftgegnern als Argument aufgeführt, um die Zuweisung des Kreuzelbergs zu den Konzentrationszonen für Windkraft des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe abzulehnen. War diese Argumentation schon vor der Änderung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) zum 1.1.2017 nicht schlüssig, so ist sie es jetzt erst Recht nicht. Wenn jemand eine Windkraftanlage baut, ob Bürgergenossenschaft oder Investor, will er damit Geld verdienen. In der Vergangenheit war das etwas leichter möglich, da die garantierte Vergütung für den erzeugten Strom selbst bei etwas weniger guten Windlagen auskömmlich war.

Aber auch unter diesen Bedingungen haben sich Betreiber eher die Lagen ausgesucht, wo der Wind stärker bläst. Ab 1. Januar hat sich die Situation gewaltig verändert: Die zu erzeugenden Strommengen für Windenergie an Land sind gedeckelt und werden ausgeschrieben. Die Vergütungshöhe richtet sich nach einem Referenzstandort mit einer bestimmten Windgeschwindigkeit, und den Zuschlag bekommt der Anbieter mit dem geringsten Preis pro kWh. Das wird sicher nicht dort sein, wo der Wind eher mäßig weht, z.B. auf dem Kreuzelberg.

Anstatt gegen fiktive Windkraftanlagen zu kämpfen, sollten wir unsere Energie lieber darauf verwenden, Alternativen für die Erzeugung von erneuerbaren Energien in unserer eigenen Region voran zu treiben.

Sabine Meier
Für Ettlingen – FE

Über den Autor
Sabine Meier
Autor: Sabine Meier
Zur Person: Geb. 1955, ledig, Briefzustellerin und freie Mitarbeiterin in einer Werbeagentur, geb. in Berlin, seit 1986 in Baden, seit 2003 in Ettlingen, Schriftführerin bei FE. "Ich möchte dazu beitragen, dass Ettlingen seinem Anspruch einer fahrradfreundlichen Stadt gerecht wird."