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Schulpolitik in Baden-Württemberg

In Ettlingen gibt es zwei hervorragend ausgestattete Werkrealschulen. Trotz kleiner Klassen und hochmotivierter Lehrer ist diese Schulart vom Aussterben bedroht, denn spätestens seit dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung melden die Eltern ihre Kinder lieber auf der Realschule oder dem Gymnasium an. 

 Die Grün-rote Landesregierung hat 2013 das Zwei-Säulen-Modell für die weiterführenden Schulen beschlossen: 1. Säule bleibt das Gymnasium, die 2. Säule soll aus Gemeinschaftsschule und Realschule entstehen. Ob das Zwei-Säulen-Modell mehr Bildungsgerechtigkeit bringt als unser bewährtes dreigliedriges Schulsystem, mit dem Ba-Wü im Pisa-Vergleich immer  in der Spitzengruppe der Bundesländer lag, ist zweifelhaft.
 
Zusätzlich zur Einführung der Gemeinschaftsschule, die in den vergangen Jahren mit deutlich mehr Geld ausgestattet wurde als die bestehenden Schulen, sollen jetzt die Realschulen „weiterentwickelt“ werden. Dagegen regt sich –zurecht– Widerstand: „Jeder Versuch die Realschule in Ba-Wü zu ersetzen oder zu verwässern, ist ein Schlag gegen die mittelständig geprägten Wirtschaftsstandorte im Süden“ (Zitat Realschullehrerverband).
 
Ettlingen ist heute ein hervorragender Bildungsstandort. Wir haben im Gemeinderat beschlossen, mittelfristig über 40 Millionen Euro für Umbau und Sanierung der Ettlinger Schulen bereitzustellen. Bei sinkenden kommunalen Einnahmen geht das aber nur durch Priorisieren: Bestehende sehr gute Schulen weiter pflegen, statt neue Bildungsbaustellen aufmachen!
 
 
Über den Autor
Dr. Birgit Eyselen
Autor: Dr. Birgit Eyselen
Zur Person: Verheiratet, 2 Kinder, Kinder- und Jugendärztin,wohnhaft in Ettlingen, seit 2004 FE-Gemeinderätin in Ettlingen. "Mein Credo heißt, „Bildung öffnet Türen“ und daran möchte ich mit FE weiter arbeiten. Ich stehe für den Ausbau der Kleinkindbetreuung, die frühe Bildung in Krippen und Kindergärten einschließlich der Sprachförderung sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf."